Knöchel - Arm - Index

 

Bei der Bestimmung des Knöchel -Arm - Index (ankle brachial index) handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, die das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen beschreiben kann. Der Test gilt als hochspezifisch und sensitiv, um eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) nachweisen zu können.

Das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung innerhalb eines Jahres zu versterben, soll für Patienten mit pathologischen Werten im ABI um bis zu dreifach erhöht sein.

Dabei wird am liegenden Patienten zuerst am Knöchel und am Oberarm der systolische Blutdruck (erster Blutdruckwert, in mmHg) gemessen. Aus diesen Werten wird dann ein Quotient gebildet (Knöchel-Blutdruck/Oberarm-Blutdruck).

Für den Patienten ist keine spezielle Vorbereitung nötig.

Wichtig für die aussagekräftige Bestimmung sind folgende Punkte:

  • Der Patient soll sich vor der Messung mindestens zehn Minuten im Liegen ausgeruht haben
  • Die Messung wird zweimal durchgeführt, jeweils auf der rechten und linken Seite
  • Für die Interpretation der Werte wird der niedrigste Quotient als Grundlage für die Diagnose genommen

Bei gesunden Personen liegt der Quotient bei > 1, da im liegen der Blutdruck am Knöchel dem am Oberarm entspricht oder er etwas höher ist.

Bei gefäßkranken Personen ist der Blutdruck am Knöchel im Liegen erniedrigt. Ist der Quotient unter 0,9 erniedrigt, so zeigt dies eine periphere arterielle Verschlusskrankheit an, die ihrerseits mit einem deutlich erhöhten Risiko für einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder Apoplex (Schlaganfall) einhergeht. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist meist nur ein Zeichen der Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die sich am ganzen Körper abspielt.

 

Ausschnitt aus dem Weser Kurier vom 24.09.2012:

Schmerzen in den Waden können auf ein erhöhtes Herzinfarktsrisiko hindeuten. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung in Frankfurt am Main hin. Wachsam sollten Betroffene werden, wenn die Schmerzen beim Gehen auftreten und beim Stehenbleiben nachlassen. Gleiches gelte für Schmerzen, die sich beim Hinlegen in der Zehenregion bermerkbar machen, vor allem wenn Aufstehen für Linderung sorgt. Beide Schmerzformen seien ein typisches Symptom einer Gefäßverkalkung. Da die Beine bei einer Arteriosklerose häufig erst relativ spät betroffen sind, sei bei solchen Beinschmerzen oft schon eine deutliche Verkalkung der Herzkranzgefäße vorhanden